Im Falle einer Trennung der verheirateten Eltern können Fragen der elterlichen Sorge und des Umgangsrechtes mit den Kindern zu klären sein. Fragen zur elterlichen Sorge stellen sich auch, wenn Paare ohne Trauschein ein gemeinsames Kind bekommen. Sollten Sie Fragen zu Ihrer individuellen Situation haben, beraten wir Sie gerne in einem Erstgespräch.


Möchte ein Elternteil die alleinige elterliche Sorge nach einer Trennung beantragen, muss dieser Antrag beim Familiengericht gestellt werden. Wenn der andere Elternteil dem Antrag nicht zustimmt, muss die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge auf den antragsstellenden Elternteil dem Wohl des Kindes entsprechen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Elternteil zur Pflege und Erziehung des Kindes ungeeignet ist, wenn keine Kooperationsbereitschaft der Eltern mehr besteht.  Auch bei Gleichgültigkeit, schwerer Alkoholkrankheit oder Gewaltneigung eines Elternteils kann mehrheitlich davon ausgegangen sein, dass die Übertragung der elterlichen Sorge auf den anderen Elternteil dem Wohl des Kindes entspricht.


Verweigert ein Elternteil dem anderen nach der Trennung das Umgangsrecht mit dem Kind, ist dieses Umgangsrecht gerichtlich zu regeln. Das Umgangsrecht steht unter dem Schutz des Art. 8 EMRK. Grundsätzlich steht jedem Elternteil ein Umgangsrecht mit dem Kind zu, Ausnahmen gibt es auch hier nur dann, wenn der Umgang nicht dem Wohle des Kindes entspricht. Auf einen entsprechenden Antrag hin regelt das Gericht den Umgang oder schließt ihn auch aus. Ein Ausschluss des Umgangs setzt schwerwiegende Gründe voraus. Hier können psychische oder physische Störungen, eine Entführungsgefahr, sexueller Missbrauch, schwere Gewaltdelikte, Kindesmisshandlung und auch der Wille des Kindes eine entscheidende Rolle spielen.