Für Ehegatten und Lebenspartnerschaften ist im Falle einer Trennung und folgenden Scheidung zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt zu differenzierren:


Trennungsunerhalt gemäß § 1361 BGB
Während der Trennungszeit sollen beide Ehepartner noch in der gleichen Form am ehelichen Lebensstandardt teilnehmen können. Der Lebensbedarf beider Parteien soll möglichst gesichert werden. Der mehrverdienende Ehepartner ist also regelmäßig nach Abzug von Schulden und Kindesunterhalt dem anderen Ehepartner zur Unterhaltszahlung verpflichtet. Diese Unterhaltszahlung darf aber einen bestimmten Selbstbehalt nicht antasten, der dem mehrverdienenden Ehegatten verbleiben muss, damit dieser seine eigenen wirtschaftliche Existenz sichern kann. Die genaue Berechnung ist vielseitig und komplex, Immobilieneigentum welches selbstgenutzt wird, muss ebenso berücksichtigt werden, wie Einkommen aus Vermögen.
Bei einer Beratung zu möglichen Trennungsunterhaltszahlungen sollten - soweit
vorhanden - folgende Unterlagen mitgebracht werden:


- die letzten 12 Verdienstbescheinigungen beider Eheleute
- die Steuerbescheide
- bei Selbständigen: die Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen
- Unterlangen zu weiteren Einnahmen, z.B. aus Vermietung und Verpachtung
- Unterlagen zu regelmäßigen ehebedingten Zahlungen aus Versicherungsverträgen, auf Darlehen, berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten zum Betrieb, Gewerkschaftsbeiträge, Fortbildungskosten);


Sollten keine Unterlagen des getrennten Ehegatten vorhanden sein, muss voraussichtlich der der Berechnung vorgeschaltete Auskunftsanspruch geltend gemacht werden. In diesem Falle würden die Unterlagen vorab vom getrennten Ehepartner innerhalb einer Frist angefordert.


Nachehelicher Unterhalt
Während beim Trennungsunterhalt in den meisten Fällen häufig hinsichtlich der Einnahmen- und Ausgabensituation der Ehegatten Auseinandersetzungspotential besteht, gilt nach der Scheidung der Eheleute ersteinmal der Grundsatz der Eigenverantwortung. Trotzdem wird in vielen Fällen der Ehegattenunterhalt gezahlt, da das Gesetz Unterhaltstatbestände formuliert hat, die über den Zeitpunkt der Ehescheidung hinaus Wirkung entfalten. So ist Ihr Einzelfall zu überprüfen, ob ein Unterhaltsanspruch ab Rechtskraft der Ehescheidung bei begründeter Erwerbslosigkeit, Kinderbetreuung, Krankheit und geringem Eigeneinkommen zu zahlen ist. Alle für den Unterhaltsanspruch entscheidenden Gründe und Ihre individuellen Möglichkeiten können in einem Beratungsgespräch erörtert werden.